Worauf kommt es im Leben einer Frau an?



Es ist wieder Freitag ... 


Eines vorweg: Mann und Frau sind absolut ebenbürtig … Männer müssen nur das ein oder andere noch lernen. Frauen haben schnell gelernt und sich eine Stellung in der Gesellschaft aufgebaut. Noch vor 100 Jahren war die Frau eine Frau Generaldirektor oder Frau Doktor. Krass oder? Identifikation über den Beruf des Mannes.

Emanzipation hin oder her, jeder von uns ist ein Individuum. Punkt. Ich weiß nicht, wer die Borniertheit in die Köpfe der früheren Männer implantiert hat, aber schräg war es schon!

Doch worauf kommt es im Leben einer Frau an? Darauf, im Beruf erfolgreich zu sein? Oder Kinder zu erziehen? Ich denke, jede Frau sollte das für sich entscheiden. Nur eines ist mal klar: beides ist schwer unter einen Hut zu bringen! Wir sind zwar extrem multitaskingfähig, aber immer nur ein Mensch. Gesellschaftlich ist eine Frau immer verdächtig, wenn sie alles mit links wuppt. Sie ist suspekt und auch wir Frauen schauen in ihre Richtung und fragen uns verwundert: wie macht sie das?

Sind wir neidisch? Oder können wir gönnen und bewundern? Männer reagieren nicht so diffizil, sie nehmen es, wie es kommt - nur keine Umstände. Was ist unser Wunsch, welches Ziel setzen wir uns als Frau? In meiner Generation hieß es noch: du heiratest sowie … Bildung also zweitrangig? An Frauen, die für ihre Rechte und den § 218 auf die Straße gingen, kann ich mich noch gut erinnern. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Suffragetten ihre Zeit, in den 70er Jahren die Blumenmädchen und später jedes weibliche Wesen im privaten Raum.

Glücklicherweise müssen heute junge Frauen nicht mehr in dem Maße wie wir für ihre Rechte kämpfen und sie hören auch nicht mehr von ihren Vätern: du hast zu tun, was ein Mann dir sagt!
In der heutigen Zeit kann eine Frau ihre eigenen Wünsche erfüllen. Natürlich immer ein Spagat zwischen der tickenden biologischen Uhr und dem eigenen Ego. Ich weiß nicht, ob ich heute noch einmal jung sein möchte. Möchte ich noch einmal entscheiden, wie ich mein Leben gestalten soll? Ich glaube eher nicht. Es ist anstrengend, dem Leben einen Sinn zu geben - ganz bewusst. Manchmal denke ich, das Leben findet uns. So viele Zufälle geben uns eine andere Richtung.

Aber treiben lassen und auf Zufälle warten ist auch keine Alternative. Als freidenkender Mensch habe ich mich immer gegen Konventionen gesperrt. Mit dem Resultat, dass manche Hürden doppelt so hoch waren und ein gut platzierter Arschtritt mächtig weh tat. Worauf kam (kommt) es mir als Frau denn nun an? Die junge Edith hatte andere Werte als die jetzige Edith. Ich bin aus Fehlern gewachsen, habe meine Sinne geschärft und meine Fehler reflektiert.

Ich habe heute noch Probleme mit Frauen, die sich von ihren Männern oder Vätern gängeln lassen. Sie haben meist keine Kraft, ihren Platz zu finden … eigenverantwortlich zu leben und selbstbestimmt ihren Weg zu gehen. Ihnen möchte ich manchmal sagen: hey, wach auf … deine Geschlechtsgenossinnen haben auch für dein freies Leben gekämpft, gib es nicht einfach so auf. Und ihr glaubt gar nicht, wie viele Frauen noch so sind! Mehr als uns lieb ist.

Oder auch diese Püppchen, die auf Bildung pfeifen, weil sie einen knackigen Arsch und ein hübsches Gesicht haben. Auch die gibt es (noch)! Oder auch die, die sich bewusst jung schwängern lassen, um den eigenen sozialen Status gen Null zu bringen. Für diese Frauen muss der Sozialstaat gerade stehen und das ist es nicht, worauf es im Leben einer Frau ankommt.

Frau zu sein kann eine Bürde sein, wir müssen immer noch doofe Sprüche einstecken und uns behaupten. Frau zu sein, ist aber auch ein Vergnügen :-) … wir sind irgendwie immer noch Verführerinnen, können wunderbare Familienoberhäupter sein und unsere Kinder in ein schönes Leben begleiten. Wir können im Beruf unsere Ziele erreichen, auch wenn wir immer noch weniger verdienen (mir ist ein Rätsel, worauf diese Tatsche basiert), wir haben es eben in der Hand.


Und das wir das alles können, dass ist es, worauf es ankommt … nicht nur im Leben einer Frau.

Seid heiter und habt ein schönes Wochenende
Edith

Kommentare

  1. Ich finde gerade bei den Jungen Kolleginnen erschreckend wie sehr sie auf die Meinung ihres Freundes oder ihrer Eltern geben.
    lg carlinda

    PS Ich finde die Kolumnen toll

    AntwortenLöschen
  2. Super geschrieben! Du triffst den Nagel auf den Kopf.
    In den letzten Jahren hat sich bei der Gleichstellung der Frau viel getan. Und doch denken so Viele noch in den "alten" Mustern.
    Ich arbeite als einzige Frau in einem reinen Männer Büro. Seid ich hier arbeite musste ich entsetzt feststellen, wie sehr es doch noch dieses "Mann-Frau"-Denken gibt. Fast jeden Tag ist es hier Thema.
    Eskaliert ist es Mal als meinem Chef die Argumente ausgingen und er meinte:"Das können Sie nicht verstehen, Sie sind halt eine Frau" Ne, ist klar! Ich habe daraufhin einen Lachkrampf bekommen und ihn gebeten sofort mein Büro zu verlassen.
    Mein Chef hat sich später bei mir entschuldigt, aber ich finde seine (und die vieler Anderer )Denkweise erschreckend.

    Freue mich schon auf Deine nächste Kolumne!

    Birgit

    AntwortenLöschen
  3. Ich habe früh geheiratet und bin auch schwanger geworden, mit Absicht :-) Trotzdem habe ich eine gute Ausbildung, war immer ein paar Stunden arbeiten und auch viel im Ehrenamt tätig. Meine überwiegende Arbeit hat aber zu Hause stattgefunden. Und das war auch völlig ok so. Wir haben uns als Familie bewusst dazu entschieden, dass ich zu Hause bleibe und jemand rund um die Uhr für Kind und Familie da ist. Was habe ich mir alles anhören müssen...ich bin faul, dumm, verlottere doch zu Hause, müsse mich ja zu Tode langweilen, meine Gespräche drehen sich sicher nur noch um Kochrezepte. Es war furchtbar. Und das habe ich nie von einem Mann gehört, immer nur von Frauen. Auch das christliche Familienkonzept halte ich nach wie vor für gut. Das bedeutet nämlich nicht, dass ein Mann seine Frau unterdrückt und sie tun muss was er sagt. Aber auch dafür habe ich mich permanent rechtfertigen müssen. Ich wurde richtig angepöbelt, wenn ich gesagt habe, dass ich dies oder jenes nicht alleine entscheiden, sondern erstmal mit meinem Mann besprechen möchte. Emanzipation ist heute ein riesen Thema geworden. Und ich habe den Eindruck, dass es für die meisten Frauen bedeutet ihr Leben allein zu gestalten. Alleine entscheiden ob man beruftstätig ist oder nicht, Kinder bekommt oder nicht...das hat zur Folge, dass man auch jede Konsequenz alleine trägt. Im Alter vielleicht bereut, keine Kinder bekommen zu haben und die lieben Kollegen einen schnell vergessen haben, sobald man die Firma verlassen hat. Man jeden Sprudelkasten allein in die dritte Etage trägt, nur weil man beweisen will, das man es kann. Sicher kann Frau alles alleine. Aber warum sollte sie das tun ? Für mich bedeutet Emanzipation sich selbst gut zu kennen, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen, Hilfe ruhig annehmen zu können und in einer Partnerschaft ruhig auch mal Verantwortung an den Mann abzugeben. Es tut ihm gut und entlastet mich. Ich fühle mich nicht benachteiligt, wenn er den Rasen mäht, während ich auf der Couch sitze und häkel ;-) Jede Frau sollte ihren Weg finden ! Wenn sie alles alleine entscheiden will, ok. Einfacher ist es aber einen Mann zu haben, der die Vorzüge seiner Frau kennt und zu schätzen weiss und Manns genug ist, sein Mannsein auch zu leben. Dann ist es die perfekte Ergänzung und die Frage nach Emanzipation stellt sich gar nicht. Das erlebe ich auch in sehr vielen muslimischen Ehen, denen immer unterstellt wird, dass die Frau unterdrückt wird. Dabei leben diese Frauen ganz bewusst ihr Frausein und lassen den Mann seinen Teil der Verantwortung und Arbeit tragen. Wie auch immer Frau es hält, sie muss sich damit wohlfühlen, ein Leben lang. Ich würde mir wünschen, dass Frauen sich untereinander mehr respektieren und man sich weder rechtfertigen muss, dass man Karierre machen möchte, noch wenn man zu Hause Socken strickt. :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. das mit dem rechtfertigen kenne ich auch. ich habe mich auch dazu entschieden, das kind groß zu ziehen und die "karriere" hinten an zu stellen. Auch habe ich kein problem, wenn ich socken stricke - immerhin verkaufe ich sie auch *g*.
      und ich bereue es keinen augenblick mich so entschieden zu haben

      Löschen
  4. Sauber. Absolut auf den Punkt. Ich arbeite nur mit Männern in der Firma. Denen habe ich den Zahn irgendwelcher Klischee - Denkweisen gezogen ;)

    AntwortenLöschen
  5. eine tolle kolumne. ob ich nochmal jung sein würde? mit dem jetzigen wissen, würde ich wohl den ein oder anderen fehler nicht begehen. aber hätte ich daraus gelernt? wohl eher nicht. schwierig finde ich an "unserer" generation, dass wir halt vielleicht noch kinder haben, die zu hause sind und eltern, die schon pflegebedürftig werden.
    nochmal ein spagat mehr :) den es zu meistern gilt.

    liebe grüße
    gusta

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

freue mich auf euren "Senf dazu"

Beliebte Posts