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{Unter dem Südseemond}

Hallo meine Lieben,


vielleicht habt ihr schon gesehen, dass ich oben in der Leiste eine neue Rubrik aufgenommen habe: Buchrezensionen. Wie es dazu kam, dass ich nun hin und wieder Bücher bespreche, könnt ihr dort nachlesen :-)

Hier ist also meine erste Besprechung:

Unter dem Südseemond

Unter dem Südseemond (Front-Cover)Heyne, 592 Seiten
ISBN: 978-3-453-41153-1 
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BdB-Rating: 0.0     Bewerber insgesamt: 19
Heimat ist dort, wo Herz und Seele zu Hause sind.
Köln/Samoa 1899: Vom Vater gedrängt heiratet Alma den älteren Hermann, Leiter einer Kolonialhandelsgesellschaft, und begleitet ihn in die Südsee. Für Alma bedeutet es das Ende ihrer Welt – in jeder Hinsicht. Sie muss sich an das unkonventionelle Leben in der Kolonie und die Riten ihrer exotischen Einwohner gewöhnen und sich als Frau behaupten. In dem australischen Seemann Joshua findet Alma ihre große Liebe, aber sie ist verheiratet. Doch nicht nur das macht ihr das Herz schwer, denn es wird immer deutlicher, dass ein bedrohliches Geheimnis über ihrer Familie liegt.



In der Kurzanleitung des Verlages ist das Buch in wenigen Worten beschrieben. Zunächst hatte ich - als ich das Buch in den Händen hielt - ein wenig Bedenken: ist es eine schwülstige Liebesgeschichte? Ist es das Leben einer in Unterdrückung lebenden Frau? Ist es möglicherweise langweilig auf den 592 Seiten?
Solche Fragen beschäftigen mich immer, wenn ich zu einem neuen Buch greife. Ich kann euch aber versichern: keiner dieser Punkte trifft zu!!!
Ich bin eine "in einem Rutsch Leserin", das bedeutet, ich lese Bücher in einem durch. Und ich war keine einzige Minute gelangweilt!
Regina Gärtner hat mit dem Roman "Unter dem Südseemond" keine Weltliteratur geschaffen, aber auch keinen Trivialroman geschrieben. Sie hat gründlich recherchiert, sich auf das Thema eingelassen und so ist aus dem Buch vieles geworden:
- geschichtlich gibt es Einblicke in die deutsche Kolonialzeit auf Samoa in der Südsee; auf die Auseinandersetzungen der Kolonialmächte Deutschland, Amerika und England.
- es berichtet über das Zusammenleben dieser Mächte mit den Einheimischen, über die Kriege, die ausbrachen und die Ängste, mit denen sich die Kolonisten plagten.
- im Mittelpunkt steht Alma, eine Kölnerin, die mit den typischen Unterdrückungen einer 20jährigen im Jahr 1899 leben musste. Kein Wahlrecht für Frauen, Zwangsverheiratung und das deutsche Pflichtbewusstsein der Kaiserzeit gaben den Lebensrhythmus dieser Frauen vor.
- Alma ist eine patente Frau, die sich durch die Unterdrückung der männlichen Gesellschaft ihre eigene Wege sucht und letztendlich eine selbstbewusste, dem Leben positiv zugewandte Protagonistin wird. Das sympatische ist daran, dass sie keineswegs zynisch wird, sie behält sozusagen den "Durchblick". Wer vermutet, die Autorin hat einen Frauenrechtsroman geschrieben, der irrt. Denn ...
- es gibt eine Liebesgeschichte. Ein Roman braucht eine Liebesgeschichte ... Punkt! Diese ist allerdings schwierig, da Alma ja verheiratet ist. Für eine deutsche Frau um die Jahrhundertwende ein Faktum, was unumstößlich ist! Die Autorin erzählt allerdings gleichzeitig, wie betörend die einheimischen Frauen auf die männlichen Kolonisten gewirkt haben und wie viele Abkömmlinge es aus diesen Verbindungen gibt. Aber für Alma spielt das keine Rolle, zu sehr ist sie in ihrer Erziehung gefangen!
- um Alma herum agiert ihre Familie, ihre Geschwister, ihr Sohn und ihr Ehemann Hermann. Kein langweiliges Leben ist ihr gegönnt, denn irgendwas passiert immer! Der Leser findet sich nach wenigen Seiten in ihr Leben ein und ist gespannt, was wohl als nächstes passiert.
- sowieso versteht es die Autorin, ihre Leser mitzunehmen. Sie erzeugt Gefühle, egal ob gute oder schlechte. Manche Familienmitglieder sind aber auch "voll daneben"!
Ich möchte nicht zu viel verraten. Wer eine Lektüre sucht, die kurzweilig, spannend, dramatisch, manchmal etwas traurig und doch positiv ist, der ist bei dem Roman sehr gut aufgehoben. Es liest sich leicht, der Fluss ist da, es gibt keine unverständlichen Zusammenhänge. Und man darf träumen: von wogenden Wellen, Südseeklängen, weißen Holzhäusern am Strand und von echten Freundschaften. Und natürlich von der großen Liebe! Gibt es ein Happy End für Alma?
Findet es heraus!



ich würde mich freuen, wenn ihr bei der nächsten Buchbesprechung wieder mit von der Partie seid und euch von mir etwas in die Welt der verschiedensten Literatur entführen lasst.

eure Frau H. 




Kommentare

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